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16.4.2008
Synagoge von Krnov

Die ehemalige jüdische Synagoge im oberschlesischen Krnov ist die einzige, in der historischen Form erhaltene und Touristen zugängliche Synagoge im Mährisch- schlesischen Region. Es ist eine von zwei Bauten in der Tschechischen Republik, die den erhaltenen arabisch- spanischen Interieur vorzeigen kann.

Interieur der Synagoge

Die Synagoge befindet sich an der Ecke der Strassen Soukenická und Barvíøská, hinter dem Gebäude der Tschechischen Post. Sie wurde im Jahre 1871 vom Baumeister Ernst Latzel erbaut. Die Länge der Halle erreicht 24 Meter, die Höhe des Doppelturms 22 Meter. Das Exterieur wird in pseudoromanischen Stil gemacht. Innen überwiegen maurische architektonische Elemente. Den Besucher fesseln die hufeisenförmige Bögen der geschnitzten Laube über den Frauenbalkonen und braunrot gestimmte Kassettendecke. Diesen Stil verwendeten ab dem Mittelalter die sog. Sephardim. An den tragfähigen gusseisernen Säulen sind die Leitungen der Gasbeleuchtung befestigt, unter den Fenstern sind die Lüftungsschächte zu finden. Das Portal unter der östlichen Front ist nur ein dekoratives Element der Fassade, hinter dem sich Mauerwerk befindet. Von der Innenseite hing hier das Tabernakel (ein Holzschrank mit Rollen der Tora) und über ihm die Orgel. Auf dem äußeren Dachsockel erbebten sich die Steinplatten mit den zehn Geboten, jetzt auf dem Dachboden eingelagert.

Die Synagoge von Krnov diente den Gottesdiensten bis zum Herbst 1938, wo das Sudetenland dem nazistischen Deutschland angegliedert wurde. Kurz danach wurden die Synagogen in umliegenden Städten liquidiert, die von Krnov wurde jedoch gerettet. Der Bürgermeister der Stadt hat die Ratsherren zusammengerufen und informierte sie über den heimlichen Befehl aus Berlin, welcher die „Zerstörung des jüdischen Tempels" besagte. Die sudetendeutschen Ratsherren haben dann einmütig dem Vorschlag des Erbauers Franz Irblich, dass sie die Nazis hintergehen, zugestimmt. Es wurde die Ritualhalle des jüdischen Friedhofs abgebrannt, derweil wurden aus der echten Synagoge die Symbole des jüdischen Glaubens entfernt und sie wurde zur Stadtmarkthalle umgestaltet. In der Zeit des Sozialismus wurde das Gebäude als ein Lager genutzt, seit dem Jahre 1960 als Archiv. Im Jahre 1994 wurde sie der Föderation der jüdischen Gemeinden zurückgegeben und seit dem Jahre 2003 betreibt sie die bürgerliche Vereinigung der Synagoge von Krnov als Ausstellung- und Konzertsaal. Die Vereinigung hat die historischen Bänke aus dem Jahre 1897 erworben, die ursprünglich in der Synagoge in Olmütz dienten. Auf die Plätze auf den Bänken werden Schilder mit den Namen der Opfer des Holocausts in Krnov angebracht. Die orientalische Architektur und ausgezeichnete Akustik geben den kulturellen Veranstaltungen in der Synagoge einen unglaublichen Zauber.

Synagoge von Krnov

Die Juden kamen nach Krnov im 19. Jahrhundert vor allem aus der nahe liegenden Osoblaha (Hotzenplotz). Die Gesslers begannen mit der Herstellung des berühmten Kräuterlikörs Altvater (Pradìd), die Bellaks bauten die zweitgrößte Textilfabrik in der Stadt. Die Mitglieder der jüdischen Gemeinde erbauten auch Bauten wie Palast Silesia oder Mietshaus mit einem Restaurant Hermes auf dem Hlavní námìstí (Hauptstadtplatz). Diese Habschaften wurden im Jahre 1938 gestohlen und im Jahre 1945 meistens zurückgegeben. Den Juden aus Krnov belastete, dass sie sich vor dem Krieg zur Deutschen Nationalität gemeldet haben. Die jüdische Gemeinde in Krnov existiert heute nicht mehr, die nächste Kultusgemeinde siedelt in Ostrava. Ein Andenken an die verschwundenen Mitbürger bildet auch der jüdische Friedhof in der Straße V osadì bei der Straße Richtung Opava. Er wurde zum Teil schwer beschädigt durch die Teilliquidierung in den Jahren 1986-1990. Er ist weiter hin in einem sehr schlechten Zustand, das Geld an seine Erneuerung kommt nicht.

Die Synagoge machen die Mitglieder der bürgerlichen Vereinigung der Synagoge von Krnov zugänglich.

Web- Seiten - http://www.mujweb.cz/www/synagoga
Telefon - Verwalter Jan Stejskal: 737 201 166
E-Mail – pavel.kuca@centrum.cz

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