16.4.2008
Aussichtsturm Ježník (Mösnig)
"Ježník freut sich über einen ausgezeichneten Ruf als ein Luftkurort und Ausflugsort. Und zwar nicht nur wegen seiner malerischen und geschützten Lage, sondern auch darum, dass die Stadt Krnov, zu dem er seit dem Jahre 1903 angegliedert wurde, eine nicht unbedeutende Anstrengung an die Verbesserung der Ausstattung und Verkehrsbindung angewandt hat. Durch die Wälder führen zahlreiche und gut gepflegte Wanderwege, die mit Ruheplätzen ausgestattet sind. Nordwärts hebt sich der 558 m hohe Berg Vyhlídka (Aussicht) mit einem Holzaussichtsturm, im Süden Svinná und Kostelecký Berg, ab. Vom Berg Vyhlídka führt in die Gemeinde eine über einen Kilometer lange Rodelbahn."
So viel aus den zeitgemäßen Reiseführern, die von den örtlichen und Landesvereinen für Reiseverkehr am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts herausgegeben wurden. Die Stadt Krnov realisiert zurzeit durch ihre Forstverwaltung einen Vorsatz, dem zufolge die Vorstadtwälder zur Erholung der Bewohner und der Besucher anderswoher genutzt werden sollen. Es ist notwendig zu bemerken, dass die oben genannten Materialen als eine permanente Quelle der Inspiration dienen.
Ježník kann man allen, die eine Erholung in ruhiger Lage suchen, empfehlen. Hierher führt keine bedeutende Straße und nur Familienhäuser und repräsentative kleine Villen werden hier gebaut. Am Ende der Landstraße, am Wendepunkt des Stadtbusses, welcher hierher regelmäßig fährt, steht das ehemalige Gebäude des Hotels Ozon, in dem heute eine Lungenklinik ist. Vom Hauptbahnhof in Krnov führt die Touristen auf Ježník eine grüne touristische Markierung.
Die Geschichte der Aussichtstürme auf dem Berg Vyhlídka ( Aussicht)
Der erneuerte Aussichtsturm steht auf dem Berg, welcher heute den Name Vyhlídka trägt und ursprünglich Mälzerberg hieß. Schon seit dem Jahre 1894 stand an der gleichen Stelle ein Aussichtsturm. Den Balkenturm aus Holz, welcher der erste Aussichtsturm in der Umgebung von Krnov war, erbaute die Zweigstelle des mährisch- schlesischen Sudetenbergsvereins von Krnov unter der Leitung vom Bahninspektor Johann Haluska. Die feierliche Eröffnung des 15 Meter hohen Aussichtsturms fand am17. Juni, unter großer Anteilnahme der Bewohner von Krnov und umliegenden Gemeinden, statt. Zum Kolorit der Feier gehörte ein Umzug, wurde aus den Mörser gefeuert und auch offizielle Reden werden gehalten. In denen hörte man unter anderem auch Danksagungen an den Besitzer der ausgedehnten umliegenden Ländereien, dem Fürsten Lichtenstein, für die finanzielle Unterstützung und auch die Anerkennung den Stadträten, welche die freie Anwendung des Baumaterials aus den kommunalen Wäldern ermöglicht haben. Es ist notwendig zu erwähnen, dass dies erst der zweite Aussichtsturm war, der durch diesen Verein erbaut wurde.
In den ersten Jahren mangelte es dem Turm auf Vyhlídka (Aussichtsturm) an Besuchern gar nicht. Später, besonders im Jahre 1903, wurde die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit dem näher liegenden Aussichtsturm auf Cvilín übertragen, welcher den Besuchern den höheren Komfort und eine bessere Aussicht an die Stadt geboten hat. Noch dazu litt die Holzkonstruktion unter den Witterungseinflüssen und wurde schrittweise baufällig. Während der ersten Republik war er nicht mehr laufend zugänglich und am Ende der 20-er Jahre musste er abgerissen werden. Um seine Erneuerung kümmerte sich erst wieder der Okrašlovací (Verschönerung) Verein von Krnov.
Der zweite Aussichtsturm, der praktisch dieselbe Gestalt wie der erste hat, wurde im Frühling des Jahres 1934 erbaut und für die Öffentlichkeit am 13. Mai geöffnet. Im Betrieb war er bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs. Während dessen wurde keine Zeit und nicht mal Geld für seine Instandhaltung. Nach dem Kriegsende ist der Aussichtsturm in Vergessenheit geraten. Der wurde dann schnell baufällig. Endgültig verfällt der Turm um die Jahreswende den 60-er und 70-er.
Aussichtsturm im Jahre 2001
Ungefähr nach dreißig Jahren ist der Aussichtsturm, dank der Unterstützung der Stadtleitung und der Arbeiter der Forstverwaltung an seinen Platz zurückgekehrt. Die Absicht war, den Turm in der historischen Form zu erneuern. Die ursprüngliche Projekt- oder Baudokumentation wurde leider nicht erhalten und somit war es überhaupt nicht einfach. Der Entwurf wurde auf der Grundlage der erhaltenen zeitgemäßen Fotografien und aufgrund der restlichen Konstruktion erarbeitet.
Am Anfang des eigenen Ausbauens im April wurde das kaputte ursprüngliche Fundament abgerissen. Nach der Bearbeitung des Zugangswaldwegs, welche die Zufahrt der Bautechnik ermöglichte, wurde im Monat Mai ein neues Fundament gebaut.
Die ganze Holzkonstruktion des Aussichtsturms ist aus sorgfältig ausgewähltem Lärchenholz, das aus den Stadtwäldern stammt, hergestellt worden. Der Zuschnitt und die Vorbereitung des Holzes wurden in zwei Sägenwerken durchgeführt, alles musste mit großer Genauigkeit gemacht werden. Nach der Fertigstellung der Betonecken wurde der ganze Turm – derweil in der Form eines Haufens von dem Zimmermann bearbeiteten Bauelementen- auf Vyhlídka überführt und die Montage hat begonnen.
Im Monat Juli, innerhalb von nur drei Tagen, wurde die ganze Hauptkonstruktion fertig gestellt. Mehr Zeit haben die Vollendungsarbeiten der Tischler an der Treppe, dem Geländer und dem Boden in Anspruch genommen.
Und so sieht der neue Aussichtsturm schon fertig aus. Er bietet eine Aussicht auf die breite Umgebung. Ostwärts ist eine interessante Sicht auf die Stadt, den Aussichtsturm auf Cvilín und die Šelenburg/Schellenburg. Bei schönem Wetter können Sie in der südöstlichen Richtung auch Beskiden mit dem Kahlberg (Lysá hora) erblicken. Im Westen breitet sich das Bergmassiv der Gesenke mit dem Höchsten Gipfel Pradìd (Altvater) aus. Nordwestlich breitet sich die Stadt Albrechtice (Albrechtsdorf) mit Hynèická hornatina (Bergland) und Jindøichovská pahorkatina (Hügellandschaft) aus und nordwärts werden Sie Chomýž, Linhartovy und ein Teil Polens sehen.
Die Gesamthöhe des Aussichtsturms einschließlich des Mastes beträgt 17,5m. Die Bodenhöhe in den Ebenen des letzten Stockwerks ist in der Höhe von 13,6m. Die Lärchenholzkonstruktion hat ein Gesamtumfang von 11.5 m³ des Schnittholzes und die Holzelemente wiegen 7400 kg.
Aussichtstürme in der Umgebung
Die organisierte Touristik im Bereich der Gesenke hat eine mehr als hundertjährige Tradition, deren Beginn mit der Tätigkeit des mährisch-schlesischen Sudetenbergvereins verbunden ist. Der Name des Vereins bezeichnet die Richtung auf die Berge, die an der Grenze von Mähren und Schlesien liegen, für die damals die Bezeichnung Sudeten traditionsgemäß benutzt wurde. Der Verein entstand am 26. April 1881 in Gesenke, in damaligem Frývaldov (Freiwaldau). Im Laufe nur eines Jahres entstanden die Zweigstellen in weiteren sieben Städten, unter anderem in Krnov. Während der nächsten Jahre wuchs der Verein zu einem der wichtigsten deutschen Touristenvereinen, die auf dem Gebiet Mähren und Schlesien waren. Er har wirklich eine vorbildliche Arbeit zum Aufschwung der Landschaft von Gesenke und deren Vorgebirge geliefert. Er hat Wanderwege gebaut und markiert (auch die von Krnov auf dem Ježník), er hat Berghütten gebaut und betrieben, Reiseführer und Karten herausgegeben.
Am meisten sichtbarem Symbol der Tätigkeit waren jedoch die Aussichtstürme. Während seiner mehr als fünfzigjährigen Existenz hat er insgesamt 8 Aussichtstürme erbaut, drei davon in der nächsten Umgebung von Krnov- auf Vyhlídka (Aussicht), Cvilín und Strážištì. Um alle drei Aussichtstürme kümmern sich zurzeit die Gemeinden, auf deren Gebiet sie stehen – zwei direkt in Krnov, der dritte in Úvalna. Es ist sicherlich erfreulich, dass alle Türme innerhalb von zwei Jahren rekonstruiert wurden.
Aussichtsturm auf Vyhlídka (Aussicht) Ježník
Aussichtsturm auf Cvilín Krnov
Aussichtsturm Strážištì Úvalno
Stadt Krnov und ihre Wälder
Den erhaltenen historischen Belegen zufolge war die Gegend in der Umgebung des heutigen Krnov bis zur Hälfte des 13. Jahrhunderts ein landesfürstlichen Wald, der nur wenig von der Besiedlung berührt wurde. Er war die Fortsetzung der mährischen Grenzzone, welche sich zwischen Mähren und Polen ausbreitet. Dieser ausgedehnte landesfürstliche Wald wurde in der zweiten Hälfte des 13.Jahrhunderts kolonisiert. Die Stadt Krnov erwarb den Wald schon im Jahre 1281, als ihm der Fürst Mikuláš (Nikolaus von Troppau, das uneheliche Kind von Pøemysl Otakar II.) 24 Waldfelder über der Fluss Opavice (heute Staré und Nové Purkartice) geschenkt hat. Der Komtur der deutschen Ordensritter kaufte im Jahre 1334 ein ödes Dorf Ježník und hat es den Leuten aus Krnov zur Aufforstung gegeben. Der Markgraf Jan Jiøí (Johan Georg) hat den Wald, welcher dem Spital des heiligen Geistes in Krnov gehörte, der Stadt überlassen.
Ein Gesamtbild über die Bedeutung der Wälder für die Stadt Krnov bringt eine sachverständige Schätzung aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Hier werden die Wälder als hauptsächliche Stadtrealitäten, eine Einkommensquelle und eine Rettung im Unglückfalls, Feuers und Krieges gesehen. Für diese Fälle dienten die Wälder als eine Vorratskammer von Bauholz. Als ein öffentlicher Besitz wurden sie auch verwaltet und gepflegt.
Nach der verlaufenen Rückgabe des historischen Besitzes den Gemeinden bewirtschaftet die Stadt Krnov 1654 Hektar des Walds. Diese verwaltet die Forstverwaltung von Stadt Krnov GmbH, welche ihren Sitz auf Ježník hat. Die Wälder befinden sich in zehn Katastergebieten – Horní und Opavské pøedmìstí, Krásné Louèky, Radim, Brantice, Èeská Ves, Dlouhá Ves, Køížová, Staré Purkartice und Nové Purkartice.
Für die Nutzung der Stadtwälder zur Erholung der Einwohner unserer Stadt wurden Lokalitäten ausgesucht, welche unmittelbar die Stadt umfassen und einfach zu erreichen sind. Von der gesamten Fläche der Stadtwälder ist auf 482 Hektar die Wirtschaftliche Nutzung eingeschränkt und verstärkt wurde die Erholungsfunktion. Die Flächen wurden im Rahmen eines neuen forstwirtschaftlichen Planes ausgewählt und sind in zwei Einheiten– Cvilín und Ježník aufgeteilt. Es wurde eine Studie erarbeitet, aufgrund deren die einzelnen Schritte schrittweise verwirklicht werden. Außer der Bearbeitung der Wäge, Rekonstruktion des Aussichtsturms auf Vyhlídka, Revitalisierung der Bäche Ježnický und Jelení, wird auf Ježník der Blumengarten schrittweise erneuert. In der Nähe des Baches sollte zunächst ein Picknickareal entstehen und ein Lernpfad ausgewiesen werden.
Alle oben genannte Aktivitäten sollten zu einem Zustand, in dem die Stadtwälder zu einem angenehmen Erholungsort, einem Ort der Belehrung und Bekanntmachung mit allem, was im Wald wächst und wem der Wald ein Obdach bietet, führen. Es bleibt nichts anderes übrig, als zu glauben, dass sie die Bewohner als solche annehmen und lernen nicht nur eine Beziehung zum Wald, sondern auch zu der ganzen natürlichen Umgebung aufzubauen.
Erstellt aus den Texten und Unterlagen zur Verfügung gestellten von:
Prof. Ingenieur Jan Nouza, CSc., Autor des Buches Rozhledny Èech, Moravy a Slezska (Aussichtstürme der Tschechei, Mähren und Schlesien) und Mitautor der dokumentarischen Fernseher Reihe Rozhlédni se èlovìèe (Mensch, schau dich um),
den Mitarbeitern der Forstverwaltung der Stadt Krnov,
MIKS Krnov, dr. Ramazanová und dem Herrn Lehrer Blucha
Führer durch Jägerndorf und Umgebung * 1903,
Die Studie Rekreaèní využití a péèe o krajinu pøímìstských lesù (Nutzung zur Erholung und Pflege der Landschaft der Stadtwälder, UHUL Frýdek Místek 1999,
Beitrag des MZ in Krnov - Pförtner, Rollerová, Èervinka, April 2000.
Foto - Archiv Abt .ZP, LSMK, oben genannte historische Veröffentlichungen, Museum der Stadt Krnov


